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Kryptowährung und Blockchain – Das war die Debatte

Eine Zusammenfassung

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Bitcoin, Dogecoin, Chia – immer neue Kryptowährungen kommen auf den Markt und tagtäglich füllen Berichte über Kursveränderungen die Schlagzeilen. Sie sind nicht immer positiv. Starke Wertschwankungen sind nur ein Grund von vielen, weshalb Kryptowährungen immer wieder in der Kritik stehen. Die Debatte hat daher in den vergangenen Wochen einen Blick auf Kryptowährungen und die dahinterliegende Blockchain-Technologie geworfen und dazu Experten verschiedener Fachrichtungen befragt. 

Die Beliebtheit von Kryptowährungen basiert unter anderem auf der Fälschungssicherheit der dahinterliegenden Blockchain-Technologie. Wie diese funktioniert, haben wir in unserem Listicle zusammengefasst. 

Vereinfacht gesagt ist eine Blockchain eine virtuelle Datenbank, die fortlaufend Daten in Blöcken speichert. Häufig ist in Verbindung mit der Blockchain von einem digitalen Kassenbuch die Rede. In der Blockchain sind vorausgegangene Transaktionen durch den sogenannten Hashwert nachvollziehbar. Jeder Block muss den Hashwert des vorausgegangenen Blocks enthalten. Dies macht die Technologie in hohem Maße fälschungssicher. 

„Wenn ich hingegen einen Bitcoin überweise, dann kann das aufgrund des Aufbaus der Netzwerke nicht gefälscht werden – und das ist der große Vorteil.“

Prof. Dr. Wolfgang Prinz, Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Prof. Dr. Wolfgang Prinz, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, meint in unserem Interview: „Wenn ich eine Überweisung tätige, geht niemand davon aus, dass die Bank die Überweisung fälscht, aber sie könnte es. Wenn ich hingegen einen Bitcoin überweise, dann kann das aufgrund des Aufbaus der Netzwerke nicht gefälscht werden – und das ist der große Vorteil.“ Mit der Blockchain existiert also eine Technologie, die die Art und Weise des Handelns mit Geld grundlegend verändern könnte.

Das Fehlen von Steuerungsinstanzen und somit auch Kontrollmechanismen ist andererseits auch der Auslöser für starke Wertschwankungen bei Kryptowährungen. Häufig reichen weltpolitische Ereignisse oder auch nur ein Tweet des Tesla CEOs Elon Musk, um die Kurse in Sekundenschnelle steigen oder fallen zu lassen. So ließ die Ankündigung Musks, Bitcoin als Zahlungsmittel bei Tesla zuzulassen, den Kurs im März innerhalb von zwei Wochen um ca. 10.000 Euro ansteigen. Prompt nach der Bekanntgabe am 13. Mai 2021, diese Entscheidung zurückzunehmen, fiel der Kurs nur innerhalb eines Tages um ca. 4.000 Euro.

Der Grund dafür, den Bitcoin als Zahlungsmittel für Tesla-Autos doch nicht zuzulassen, ist laut Musk der hohe Energieverbrauch der Kryptowährung und der damit verbundene erhebliche Verbrauch von Ressourcen und Ausstoß von Treibhausgasen. Tatsächlich ist der Energiebedarf, um Bitcoins herzustellen und Transaktionen abzuwickeln, enorm hoch – auf ein Jahr gerechnet etwa so viel wie der jährliche Energieverbrauch der Niederlande.

„Wegen der Wertschwankungen sind Kryptowährungen nicht in der Lage, die normalen Geldfunktionen zu erfüllen.“

Prof. Dr. Peter Bofinger, Universität Würzburg

Die Zukunft von Kryptowährung wird von den Experten sehr unterschiedlich bewertet. Prof. Dr. Peter Bofinger von der Universität Würzburg sagt in unserem Artikel „Ein Weg zur finanziellen Souveränität“: „Wegen der Wertschwankungen sind Kryptowährungen nicht in der Lage, die normalen Geldfunktionen zu erfüllen – also als Zahlungsmittel, Wertspeicher und Wertmaßstab zu dienen. Daher haben sie auch nicht das Potenzial, etablierte, nationale Währungen zu ersetzen.“

Ähnlich sehen das Prof. Dr. Wolfgang Prinz und Prof. Dr. Alfred Taudes vom Forschungsinstitut für Kryptoökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien. Sie halten es ebenfalls aufgrund der Wertschwankungen für unwahrscheinlich, dass sich digitale Währungen als Zahlungsmittel etablieren. Allerdings sehen sie in sogenannten ‚stablecoins’, die im Wert stabiler sind, ein größeres Potenzial, bisher gängige Währungen langfristig abzulösen. Auch die Einführung eines digitalen Euros sehen sie für die Zukunft als durchaus realistisch an und erläutern dies in dem Artikel: „Kryptowährung – Das Geld von morgen?“

Kryptowährungen sind lange nicht der einzige Anwendungsbereich der Blockchain-Technologie, ein prominentes Beispiel für andere Anwendungen ist die sogenannte Krypto-Kunst. Diese wird aktuell für teils enorme Summen versteigert. Zuletzt erregte das Kunstwerk „Everydays: The first 5000 days“ des Künstlers Beeple großes Aufsehen. Das Kunstwerk wurde für knapp 70 Mio US-Dollar verkauft, und das, obwohl die Datei an sich grundsätzlich kopierbar ist. Der Käufer erhält lediglich ein Besitzzertifikat, das auf der Blockchain-Technologie basiert. Genauere Hintergründe können im Die-Debatte-Artikel Millionensummen für eine Datei nachgelesen werden.

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