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11 Fakten zur Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die deutsche Wirtschaft

Was sind die konkreten Folgen für Arbeitnehmer und Produktion?

  • 1. Durch die Corona-Pandemie werden viele Unternehmen dazu gedrängt, ihre Arbeitsweisen zu verändern. Stand 18. März 2020 arbeiten 49 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland im Homeoffice; 41 Prozent geben an, nicht von zuhause aus arbeiten zu können. 2018 lag der Anteil an Arbeitnehmer im Homeoffice noch bei 38 Prozent und ist seit 2014 (22 Prozent) nur langsam gewachsen.
  • 2. Eine Tätigkeit, die durch Corona zu weiterer Digitalisierung gedrängt wird, ist Recruiting. Eine Befragung ergab, dass zwei Drittel der Unternehmen im Zuge der Corona-Pandemie ihre Recruiting-Prozesse digitalisieren möchten. Moderne, und momentan hilfreiche, Alternativen zu persönlichen Vorstellungsgesprächen sind Videointerviews. 56 Prozent der befragten Unternehmen wollen derzeit auf zeitgleiche Videointerviews zurückgreifen.
  • 3. Ohne das Internet würde derzeit vieles mehr zusammenbrechen: Nicht nur die Arbeit aus dem Homeoffice wäre nicht mehr möglich, auch das Kontakthalten mit Freunden und der Familie wäre erschwert. In den letzten Wochen ließ sich ein Weltrekord erkennen: 9,1 Terabits/Sekunde Datendurchsatz. Im Durchschnitt stieg der Datenverkehr um 10 Prozent, bei Videokonferenzen um 50 Prozent und bei Gaming sowie Social Media um 25 Prozent.
  • 4. Aus psychologischer Sicht ist es wichtig, sozialen Umgang trotz Kontaktsperre zu pflegen. Am ersten Sonntag nach Inkrafttreten der Maßnahmen, stieg der Datenverkehr bei WhatsApp um 500 Prozent. Doch auch Netflix verzeichnet durchschnittlich 20 Prozent mehr Datenverkehr; morgens sieht man sogar einen Zuwachs von 97 Prozent.
  • 5. Der Einzelhandel profitierte hingegen im Februar 2020 finanziell von Hamsterkäufen: Im Vergleich zu Februar 2019 setzten Einzelhandelsunternehmen real und preisbereinigt 6,4 Prozent mehr um. Laut einer Umfrage, legte ca. ein Drittel der Konsumenten einen Vorrat an Lebensmitteln an; 17 Prozent kaufen mehr Hygieneartikel, wie zum Beispiel Toilettenpapier. Die Nachfrage nach Toilettenpapier ist Mitte März mehr als dreimal so hoch (+ 211 Prozent) als in den sechs Monaten zuvor gewesen.
  • 6. Die OECD hat im März 2020 ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) weltweit angepasst. Dieses liegt nun bei 2,4 Prozent (und damit um 0,5 Prozentpunkte weniger als noch im November 2019). Deutschlands Wachstum wird nun mit 0,3 Prozent beziffert (- 0,1 Prozent im Vergleich zu November 2019).
  • 7. Was würde eine Rezession für Deutschland bedeuten? Die Folgen wären Kurzarbeit, Entlassungen, keine Neueinstellungen und damit einhergehend geringeres Einkommen, weniger Wohlstand, weniger Konsum und sinkende Steuereinnahmen.
  • 8. Die aktuelle Krise zeigt aber auch, die teils sehr große Flexibilität der deutschen Wirtschaft. So stellen viele Unternehmen ihre Produktion um: SEAT stellt beispielsweise Beatmungsgeräte mit umgewandelten Scheibenwischermotoren her, Beck’s nutzt seine Anlage, um Desinfektionsmittel zu produzieren und Triumph beteiligt sich an der Herstellung von Schutzmasken.
  • 9. Die Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass sich die Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt auswirken wird und rechnet mit 200.000 zusätzlichen Arbeitslosen. Da die aktuellen Statistiken nur Daten bis zum 12. März 2020 einbeziehen, sind dies nur Schätzungen.
  • 10. Bis zum 9. April 2020 haben bereits 650.000 Unternehmen in Deutschland Kurzarbeit beantragt – im Krisenjahr 2009 waren es maximal 23.000 pro Monat. Kurzarbeit kann sich während einer Krise positiv auf die Beschäftigungsrate auswirken, um kurzfristig Entlassungen vorzubeugen.
  • 11. Um die Auswirkungen auf die Wirtschaft abzumildern und gleichzeitig den gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung zu bewahren, schlägt das ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung einen Stufenplan für die Zeit nach dem Lockdown vor.

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