Digitalisierte Kindheit – Das war die Debatte

Eine Zusammenfassung

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Digitale Medien – wie verändern sie die Kindheit und wie sollten wir damit umgehen? Über drei Wochen hat Die Debatte recherchiert, Experten interviewt, Umfragen durchgeführt und auch den Unterricht an einer Grundschule besucht. Als Höhepunkt stand in Braunschweig wieder eine Live-Debatte zum Thema an. Hier meldeten sich nicht nur die Experten zu Wort, sondern auch die über 200 Zuschauer vor Ort und die rund 100 Zuschauer vor dem Livestream haben sich rege an der Diskussion beteiligt. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte unserer Debatte:

Wie präsent sind die digitalen Medien eigentlich im Alltag unserer Kinder? In unserem Einstiegsartikel haben wir einen Blick auf die Zahlen geworfen. Festhalten lässt sich, dass es bei Kindern einen Anstieg in der Nutzung digitaler Medien gibt. Welche Medien genutzt werden und wie, hängt dabei stark vom Alter der Kinder ab. Sorgen, dass wir es bald mit einer Generation sogenannter “Smombies”, die nur aufs Display starren, zu tun haben werden, brauchen wir uns aber vorerst nicht: Ganz oben bei den liebsten Freizeitbeschäftigungen unserer Kinder stehen immer noch „Draußen spielen“ und „mit  Freunden treffen“.

 

 

Gedanken machen sich Eltern aber dennoch. Haben digitale Medien Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern? Die Meinungen der Experten gehen hier auseinander. Prof. Dr. Christian Montag, Molekularpsychologe von der Universität Ulm, ist der Meinung, digitale Medien hätten bei Kleinkindern nichts zu suchen. Benjamin Wockenfuß, Leiter des Projektes DigiKids, ist hingegen mit Tablets und Co. bereits in Kitas unterwegs, um die Kleinen spielerisch an die Medien heranzuführen. Ein zu früh gäbe es seiner Meinung nach nicht.

 

 

Auch wenn vereinzelte Studien auf negative Auswirkungen digitaler Medien hindeuten, wie beispielsweise die Ulmer SPATZ Gesundheitsstudie in der nachgewiesen wurde, dass mehr Medienkonsum zu einer schlechteren Schlafqualität führen kann, wissen wir doch noch zu wenig Konkretes über die Auswirkungen des digitalen Medienkonsums.

„Es fehlt uns an Langzeitstudien, um klare wissenschaftlich belastbare Aussagen zu treffen. Wir können deshalb noch nicht eindeutig sagen, welche Wirkungen die verstärkte Nutzung digitaler Medien auf Kinder hat.“

Prof. Dr. Christian Montag, Universität Ulm

Doch nicht nur die Experten beteiligten sich an der Debatte. In den letzten Wochen erreichten uns viele Kommentare und Meinungen zu unseren Beiträgen.

 

 

 

Auch bei der Live-Debatte im Haus der Wissenschaft in Braunschweig zeigte sich auf dem Podium ein heterogenes Meinungsbild der Experten. Zu verstehen, warum digitale Medien so viel genutzt werden, sei der Schlüssel, um mit diesem Thema richtig umgehen zu können, sagte Prof. Dr. Peter Vorderer, Medien-und Kommunikationswissenschaftler der Universität Mannheim. Nicht die Frage nach dem warum sei für die betroffenen Eltern wichtig, sondern wie man die Mediennutzung der Kinder leiten und einschränken kann, sagte hingegen Prof. Dr. Paula Bleckmann, Medien-und Gesundheitspädagogin der Alanus Hochschule. Kindern in jedem Moment ihres Lebens vorzuschreiben wie und für was sie digitale Medien nutzen sollten wäre jedoch nicht richtig, betonte Prof. Dr. Martin Korte, Neurobiologe an der Technischen Universität Braunschweig. Das Problem im Umgang mit digitalen Medien seien oft nicht die Kinder, sondern die wenig ausgeprägte Medienkompetenz der Eltern.

 

 

Was genau sollten nun aber Eltern im Umgang mit digitalen Medien beachten? Wie können sie ihren Kindern Medienkompetenz vermitteln? Dazu haben wir in Videointerviews verschiedene Experten befragt.

 

 

Doch Medienkompetenz ist nicht allein Aufgabe des Elternhauses. Die Kultusministerien betonen in ihren Handlungskonzepten seit nunmehr zehn Jahren, dass der Umgang mit digitalen Medien Teil des Bildungsauftrags der Schule ist. Auch wir haben uns in unserer Debatte mit dem Thema Medienbildung in Schulen beschäftigt.

Insbesondere stand auch die Frage im Fokus, ob Medienbildung bereits in der Grundschule stattfinden sollte. Eine klare Antwort gibt es nicht. Ob digitale Medien in der Schule einen Mehrwert bringen, hängt immer davon ab, wie sie eingesetzt werden.

 

 

Die unzureichende technische und personelle Infrastruktur scheint momentan die größte Hürde an deutschen Schulen zu sein.

Es ist wichtig, dass die Schulen mit Breitband-Internet, digitalen Endgeräten und ansprechender Software ausgestattet und die Lehrkräfte endlich flächendeckend fortgebildet werden, damit in allen Fächern digitale Medien eingesetzt werden können, wenn dies einen Mehrwert erbringt.“

Udo Beckmann Vorsitzender des Verbandes für Bildung und Erziehung

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