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Feinstaubstudien in der Kritik

Zur aktuellen Diskussion

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In der aktuellen Diskussion möchte die Debatte zwei Aspekte besonders betonen:

  • Die wissenschaftlichen Erkenntnisse basieren auf international anerkannter Studienbasis. Die nun vorgetragene Kritik beruht überwiegend auf Beobachtungen aus der Praxis.

 

  • Die bisher bestehenden Grenzwerte werden nicht – wie teilweise behauptet – von der Wissenschaft festgelegt, sondern von den zuständigen Behörden, die die wissenschaftlichen Empfehlungen als Grundlage nehmen.

Ärzte bezweifeln Sinn von Grenzwerten”, „Gefahr durch Dieselabgase übertrieben?”, „Lungenärzte halten EU-weite Grenzwerte für unsinnig” – schon diese Auswahl an  Schlagzeilen der letzten Tage zeigt, die Diskussion um Feinstaub ist aktueller denn je und ebenso brisant wie komplex. Die Fragen, um die sich dabei alles dreht: Wie schädlich ist Feinstaub und wie sinnvoll sind die aktuellen Grenzwerte?

Mitte Januar veröffentlichte eine Gruppe von Lungenexperten eine Stellungnahme, in der sie international anerkannten Studienergebnisse hinterfragen und diese teils heftig kritisieren. Konkret greifen die Expertinnen und Experten damit Zahlen von der WHO, der EU und dem Umweltbundesamt auf, die einen Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und vorzeitigen Todesfällen herstellen.

Die von dem ehemaligen Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), Prof. Dr. Dieter Köhler, verfasste und von 111  Experten (Stand 25.01.2019) unterzeichnete Stellungnahme kritisiert nun die Interpretation der wissenschaftlichen Daten. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die wissenschaftlichen Daten, die zu diesen scheinbar hohen Todeszahlen führen, einen systematischen Fehler enthalten“, heißt es in der Stellungnahme.

Darüber hinaus hinterfragen die Autoren die wissenschaftliche Basis für die Festlegung der Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid und sogar die generelle gesundheitsschädliche Wirkung von Feinstaub.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit veröffentlichte bereits ihrerseits eine Stellungnahme, in der sie auf die Kritik der Lungenexperten einging. Unter anderem heißt es in dieser:

„Es ist wissenschaftlich unumstritten, dass Luftschadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide zu unterschiedlichen Reaktion im Körper führen können und die Lebenszeit verkürzen. Sie können Krankheiten befördern.”

Auch erste internationale Wissenschaftler äußern sich zu der Stellungnahme der Lungenexperten. In einem ersten Statement sagt Prof. Roy M. Harrison, Professor für Umweltmedizin an der University of Birmingham gegenüber dem Science Media Center: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Erklärung von Professor Köhler keine Fragen aufwirft, die von der Forschungsgemeinschaft im Bereich Luftverschmutzung und Gesundheit bisher nicht eingehend untersucht wurden. Sie bietet keine Grundlage, um den derzeitigen Konsens über das Verständnis in diesem Bereich in Frage zu stellen.“

Weitere Einschätzungen von internationalen Experten zur aktuellen Diskussion finden sich hier. Auch ein Team internationaler deutschsprachiger Wissenschaftler ein kurzes Positionspapier zu den Auswirkungen von Luftschadstoffen auf die Gesundheit verfasst und möchte damit Beitrag zur Versachlichung der Debatte leisten.

Kritisch aufgefasst wird der Vorstoß der Lungenexperten auch von Wissenschaftskommunikatoren und Journalisten, wie der Beitrag von Joachim Müller-Jung in der FAZ zeigt. Für das Portal www.wissenschaftskommunikation.de hat Hannes Schlender, Geschäftsführer von science media relations, das mediale Framing analysiert.

Schlender sorgt sich dabei vor allem auch um die Folgen eines solchen medialen Chaos: „Laien, Zeitungslesende und Fernsehzuschauerinnen und -zuschauer fragen sich in dieser Situation: Wem kann ich denn nun trauen? Zweifel bleiben zurück, selbst bei den Gutwilligsten und den Forschungsfans”, heißt es in seiner Analyse. Wissenschaft müsse sich daher besser auf Kontroversen vorbereiten, wenn sie die Basis nicht verlieren wolle, so seine Forderung.

In den Medien wurde die Rolle der Wissenschaftskommunikation im Nachgang auch in einer Reihe von Artikeln und Podcasts aufgenommen. So auch bei HR2 in der Sendung „Der Tag“, wo zu dem Titel „Grenzwertig – wie Wissenschaft Politik macht“ unter anderem Markus Weißkopf von Wissenschaft im Dialog und Prof. Dr. Monika Taddicken von der TU Braunschweig Experteninterviews lieferten.

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1 Kommentare

  • Siegfried Marquardt

    02.02.2021, 10:29 Uhr

    Ultrafeinstaub beeinträchtigt gravierend die kognitiven Prozesse!
    Kommunalpolitiker der Gemeinden Blankenfelde-Mahlow, Eichwalde, Schönefeld, Schulzendorf, Wildau und Zeuthen fordern, unbedingt eine Studie zur Feinstaub- und Ultrafeinstaubbelastung der Schüler der Grundschulklassen (4. bis 5. Klasse) dieser Gemeinden durchzuführen, um den negativen Einfluss von Ultrafeinstaub des BER auf das Denkvermögen und den Gesundheitszustand der Schüler diverser Klassenstufen unter Beweis zu stellen! Das Bildungsministerium in Potsdam stellt sich momentan noch vehement gegen die Durchführung der Feinstaub-Studie der genannten Gemeinden durch die Charité! Der Bürgermeister von Eichwalde Jörg Jenoch bezeichnet die Argumente des Ministerium gegen die Untersuchung als „hanebüchen“) (Quelle: MAZ vom 30/31.01.2021).
    Es ist evident, ja geradezu trivial, dass Ultrafeinstaub die kognitiven Prozesse, also das Denkvermögen und das Konzentrationsvermögen und den Gesundheitszustand gravierend beeinträchtigen! Dabei gilt: Je kleiner die Partikel, umso gefährlicher wirkt sich der Ultrafeinstaub auf die Gesundheit und auf die Qualität der Denkprozesse aus. Es konnte bereits mit wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen werden, dass Ultrafeinstaub die Bluthirnschranke zu überwinden respektive zu durchdringen vermag und dann im Gehirn die Neuronen (Nervenzellen), die Synapsen (quasi Schaltstellen zwischen den Neuronen) und die Axone und Dendriten (beides Nervenverbindungen zur Weiterleitung der Nervenimpulse) schädigen. Infolge dessen konnten sogar schon bei Kindern und Jugendlichen physiopathologische Degenerationen, wie Alzheimer bei einer entsprechenden Exposition von Ultrafeinstaub nachgewiesen werden. Phänomenal schlug sich dies dann, wen wundert`s, in einer Verlangsamung und in einer Qualitätsminderung der Denkprozesse und der Konzentration nieder. Systematische psychologische Untersuchungen mit Schachspielern belegten, dass eine signifikante Erhöhung der Fehlerquote bei den Zügen registriert werden konnte, wobei die Spieler Partien mit 40 Zügen innerhalb von 110 Minuten absolvieren mussten. Der Schweregrad der Fehler wurde über Computer analysiert, um eine objektive Vergleichbarkeit zu garantieren respektive zu erzielen. Für Registrierung des negativen Einflusses von Ultrafeinstaub auf die Denkprozesse und die Konzentration sollten Konzentrationsleistungstests (KLT, d2) und das Leistungsprüfsystem von Horn (LPS – in 7 Dimensionen, wie Allgemeinbildung, logisches Denken, verbale Begabung, technisches Verständnis, Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Konzentration, Rechnen) herangezogen werden. Je höher die Konzentration von Ultrafeinstaub, umso schlechter müssten die Testergebnisse ausfallen. Die Konzentration von Ultrafeinstaub müsste dann in den Schulklassen mit entsprechenden standardisierten Messgeräten erfasst werden. Bei den testdiagnostischen Untersuchen müsste eine hohe Vergleichbarkeit der Klassen angestrebt werden, was so viel heißt, dass die Klassen homogenisiert werden (die kognitiven Leistungen der Schüler in den einzelnen Klassen müssten vergleichbar sein). Und für diverse Flughäfen gibt es bereits erfasste Verteilungsprofile des Ultrafeinstaubes in g/m bzw. in g/m² zum Start und zum Landeanflug diverser Maschinen (siehe Schrifttum der Deutsche Luft und Raumfahrtgesellschaft). Diese Untersuchungen sollten in jedem Falle in den Gemeinden Blankenfelde-Mahlow, Eichwalde, Schönefeld, Schulzendorf, Wildau und Zeuthen unbedingt durchgeführt werden, um den negativen Einfluss von Ultrafeinstaub auf das Denkvermögen und den Gesundheitszustand der Schüler diverser Klassenstufen unter Beweis zu stellen! Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

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