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Medikamentenentwicklung – Das war die Debatte

Eine Zusammenfassung

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Antibiotikaresistenzen: Die Gefahr die in den Keimen steckt”, „Das Wundermittel wirkt nicht mehr” oder auch „Wenn lebenswichtige Medikamente knapp werden” – bereits seit einigen Jahren sorgt die Medikamentenentwicklung immer wieder für negative Schlagzeilen in der deutschen Presse. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe, mit denen sich Die Debatte in den vergangenen Wochen beschäftigt hat.

Ein Aspekt, der das Thema besonders stark begleitet ist die zunehmende Resistenzbildung gegen Antibiotika. Bis zu 700.000 Menschen, so Schätzungen von Experten, sterben jährlich an multiresistenten Keimen. Gründe dafür sind nicht nur die gesteigerte und teilweise falsche Nutzung von Antibiotika, sondern auch die fehlende Forschung an neuen Antibiotika von Seiten der Pharmaunternehmen.

Doch um die Probleme bei der Antibiotikaforschung und generell bei der Entwicklung neuer Medikamente im Detail zu verstehen, muss man sich zunächst damit beschäftigen, welche Schritte die Entwicklung von der Suche nach dem Wirkstoff bis hin zur Zulassung eines Medikaments durchläuft. Schließlich liegt hier eine der Hauptursachen des Problems: Der Preis. Die Entwicklung von Medikamenten ist nämlich zum einen teuer und dauert zum anderen sehr lange. Damit lohnt es sich für Pharmaunternehmen häufig nicht, in die Entwicklung zu investieren.

„Für einige Krankheiten interessiert sich die Pharmaindustrie einfach nicht, denn der zu erwartende Umsatz ist schlichtweg zu gering.“

Dr. Peter Tinnemann, Charité Berlin

Das gilt nicht für alle Medikamente, aber eben für jene, die keinen Profit versprechen. Dazu zählen unter anderem Krankheiten, die in der westlichen Welt nur selten auftreten, wie beispielsweise Ebola oder aber auch Antibiotika. Doch was tun? Der Artikel „Medikamentenentwicklung und Verantwortung” diskutiert diese Frage und zeigt Lösungswege auf.

Ein weitere Ansatz könnte in der Optimierung der Prozesse liegen, zu der beispielsweise Künstliche Intelligenz einen wichtigen Beitrag leisten könnte und in Ansätzen auch heute schon leistet.

„Der Einsatz von intelligenten Daten und Künstlicher Intelligenz (KI) hat das Potenzial, dieses Problem zu beheben und die Medikamentenentwicklung zu revolutionieren.“

Dr. med. Christian Meisel, Chief Medical Officer bei Molecular Health

Neben dem Mangel an neuen Medikamenten gibt es in dem Bereich ein weiteres Problem, welches zunimmt: Lieferengpässe. Die Gründe für die Lieferengpässe sind zwar vielfältig, die „Die Debatten”-Experten sehen aber trotzdem eine Hauptursache:

„Die Monopolisierung und Verlagerung der Medikamentenproduktion ist eine der Hauptursachen. Generika werden heute aufgrund der geringeren Produktions- und Personalkosten hauptsächlich in China und Indien hergestellt, sowohl die Wirkstoffe als auch die Arzneimittel selbst.“

Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

Eine Analyse, die viele von Ludwigs Kollegen teilen und vor allem die Situation auf dem deutschen Markt und den hohen Preis für die Medikamentenproduktion verantwortlich machen. Hoffnung setzen die Mediziner auf die EU-Ratspräsidentschaft 2020, denn das Thema der Lieferengpässe betrifft nicht nur Deutschland, sondern die gesamte EU.

Erschwert werden könnte die Situation durch den drohenden Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Die Gründe erklärt Karl Broich im Interview.

Wie genau die Probleme zu lösen sind, dafür gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen zwischen den unterschiedlichen Akteuren im Bereich der Medikamentenentwicklung und diese reichen von politischen Interventionen, über künstliche Intelligenz bis hin zur finanziellen Unterstützungen – einig sind sich aber alle Experten: Das Problem ist groß und muss dringend gelöst werden.

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