Meinungsforschung – Das war die Debatte

Rund zwei Wochen haben wir uns bei Die Debatte mit Meinungsforschung in Deutschland beschäftigt. Eine Zusammenfassung.

0 Kommentare
  • 0

Knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl finden sich allenthalben Prognosen und Umfrageergebnisse – in immer kürzeren Zeitabständen und mit unterschiedlichen Methoden. Medien spekulieren über den möglichen Ausgang der Wahl. Gleichzeitig lagen Umfragen in der Vergangenheit mitunter deutlich daneben, wenn es darum ging, die Stimmungen und mögliche Wahlsieger präzise vorauszusagen.

Steckt also die Meinungsforschung in einer Krise? Mit dieser Frage haben wir uns in den vergangenen zwei Wochen in zahlreichen Texten, Interviews, Videos und bei unserer Live-Debatte beschäftigt.

 

 

Ein Punkt sind die Methoden der Meinungsforschung, die immer wieder Kritik auf sich ziehen. Wie wird eine Umfrage überhaupt erhoben und was verbirgt sich hinter dem Zauberwort der Meinungsforschung: Repräsentativität? Welchen Veränderungen und neuen Trends unterliegt die Meinungsforschung?  Wurde Umfragen früher vor allem über das Festnetztelefon durchgeführt, erheben heutzutage immer mehr Institute ihre Daten teilweise oder ausschließlich online. Manche kombinieren auch einzelne Datensätze, um daraus ihre Prognosen abzuleiten, so wie das Team von zweitstimme.org, die wir für ein Interview getroffen haben.

 

Auch die Frage nach einer möglichen Beeinflussung der Bürger durch Umfragen kam immer wieder in der Diskussion auf. Wissen wir, wie Umfragen und Stimmungsbilder uns beeinflussen? Nach Ansicht unserer Experten ist die Wirkung der Medien auf dem Weg der Information an die Rezipienten besonders wichtig. Wer sich mit Umfragen beschäftigt, muss also immer auch die Rolle der Medien betrachten.

Was glauben unsere Leser?

Auch wir haben unsere eigene Umfrage zu Meinungsumfragen gemacht – mit durchaus interessanten Ergebnissen: Nur rund 17 Prozent aller unserer rund 2500 Befragten glauben, dass Wahlen zuverlässig vorhergesagt werden können.

Über den Stand der Meinungsforschung in Deutschland, über den besten Ansatz zur Erhebung von Daten und die Wirkung von Meinungsumfragen auf Wähler und Politiker diskutierten bei unserer Live-Diskussion in Berlin Janina Mütze (Civey), Prof. Dr. Thorsten Faas (JohannesGutenberg-Universität Mainz) und Dr. Nico A. Siegel (infratest dimap).

Nicht nur die Moderatoren Christoph Koch (stern) und Dr. Mai Thi Nguyen-Kim hatten viele Themen mitgebracht, sondern auch das Publikum vor Ort und am Livestream mischte sich mit konkreten Fragen an die Experten in die Diskussion ein.

Das Credo der Experten auf dem Debatten-Podium für die Bundestagswahl: Umfragen sind keine Prognosen für den Ausgang der Wahl, sondern bilden bloß Stimmungsbilder zum Zeitpunkt einer Umfrage ab. Einen kleinen Hinweis, wie die Umfragen kurz vor der Wahl zu lesen sind, gab Prof. Dr. Thorsten Faas: “Wenn man sich die Wahlen in der Vergangenheit anschaut, wo es große Überraschungen am Wahltag gab, waren es jeweils Aufholjagden, die durch Demoskopie begleitet und verstärkt wurden. Wenn die Umfragen also stabil bleiben, kann man ihnen vertrauen, wenn die Umfragen dynamisch werden, weiß man nicht, wie es ausgeht.”

Debattiere mit!

Deine Emailadresse wird nicht veröffentlicht.

0 Kommentare