Plastikmüll – Das war die Debatte

Eine Zusammenfassung

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Plastik ist heutzutage in unserer Umgebung allgegenwärtig. Seit Kunststoffe 1950 erstmals im Einzelhandel und in der Industrie eingesetzt wurden, sind weltweit 8,3 Milliarden Tonnen Plastik hergestellt worden. Längst ist das Material zum Problem geworden, denn wir wissen nach dem Gebrauch schlicht und einfach nicht, wohin damit. Die Debatte hat sich deshalb mit den Problemen rund um das einstige Wundermaterial Plastik beschäftigt.

„Kunststoffe sind ein super Material. Sie sind besonders vielseitig und kommen fast überall zum Einsatz.“

Prof. Dr. Andrea Siebert-Raths, Leiterin des IfBB an der Hochschule Hannover

Um einen Überblick zu erhalten, wie viel Müll entsteht und warum das Material so eine große Rolle in unserem Leben spielt, haben wir zunächst einige Fakten zum Thema zusammengetragen.

 

 

Im Artikel „Der alte Kunststoff und das Meer” haben wir uns sowohl mit den Ursachen beschäftigt als auch mit den Auswirkungen, die Plastik auf die Umwelt hat. Denn die Schäden sind inzwischen sehr präsent.

 

 

Um den genauen Auswirkungen auf den Grund zu gehen, haben wir den Meeresbiologen Dr. Mark Lenz vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel besucht, der uns Einblicke in neue Forschung zu den Langzeitfolgen von Plastik auf Miesmuscheln gewährte.

 

 

Als größte Kontroverse rund um das Thema kristallisierte sich aber schnell die Frage heraus, was man tun kann, um den Schaden für die Umwelt zu verringern. Während der Artikel „Milchsee, Butterberg – Plastikmüll? Europa und der Kunststoffmüll” den Fokus auf eine neue EU-Richtlinie legte, die das Verbot bestimmter Einweg-Kunststoffe plant, blickt der Artikel „Plastikmüll anderswo” über den Tellerrand und stellt Maßnahmen und die Situation in anderen Ländern vor.

Maßnahmen und Bemühungen, die von wissenschaftlichen Experten durchaus kritisch gesehen werden, auch, weil in vielen Ländern eine finanzielle Beteiligung der Produzenten von Plastikmüll fehlt:

 

 

Auch Initiativen, die das Meer von Plastik befreien wollen, werden von Experten teilweise kritisiert. So erklärt Dr. Mark Lenz eine von ihnen im Interview für nicht weitreichend genug.

Ich persönlich halte den Ansatz von ‘The Ocean Cleanup’ nicht für sinnvoll. Denn wir wissen gar nicht, ob die Anlagen funktionieren und welche ökologischen Folgen sie verursachen werden.“

Dr. Mark LenzGEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung

Die Maßnahmen der EU sind für Experten zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings könnten sie erst der Anfang sein. Warum, erklärt Dr. Henning Wilts:

„Es müsste endlich konkrete Reduzierungsziele geben, ansonsten hilft uns das Recycling überhaupt nicht.”

Dr. Henning Wilts, Wuppertal Institut

Mögliche Lösungsvorschläge lieferte er gleich mit – genau wie Dr. Georg Mehlhart vom Öko-Institut:

 

2 Experten – 10 Vorschläge

  1. Konkrete Reduzierungsziele
  2. Europäisches Pfandsystem
  3. Einheitliche Herstellerverantwortung
  4. Ressourcenverbrauchssteuer
  5. Verwendung hochwertiger Sortieranlagen
  6. Streichung von Öl-Subventionen
  7. Nachlässe auf Lizenzgebühr bei höherem Rezyklat-Anteil
  8. Vorgabe für Rezyklat-Anteil bei öffentlicher Beschaffung
  9. Erforschung biologisch abbaubarer Kunststoffe
  10. Strategische Recycling-Partnerschaften

Einer ihrer Vorschläge ist die Entwicklung von alternativen Materialien. Mit diesen beschäftigt sich der Artikel “Eine Welt ohne Plastik – geht das überhaupt?” Das Fazit laut Dr. Carolin Völker:

„Die Alternative zu Plastik muss eigentlich ein anderer Lebensstil sein und nicht ein anderes Material.“

Dr. Carolin Völker, Institut für sozial-ökologische Forschung

Eine Ansicht, die fast alle Experten unserer Debatte teilten. Doch wie kann man diesen Umschwung erreichen? Diese Frage haben wir Florian G. Kaiser, Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg im Interview gestellt.

Hoffnung macht da unsere Straßenumfrage, die zeigt, dass das Thema auch in der Gesellschaft angekommen ist:

 

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