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Warum Corona-Impfstoffe das Erbgut nicht verändern

Eine Veränderung des Erbgutes durch eine Impfung - laut Wissenschaftler*innen eine unbegründete Sorge

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Das Problem

Bisher gab es noch keinen zugelassenen mRNA-Impfstoff in Deutschland. Insbesondere in der Krebsforschung gibt es zwar erste Phase-1-Studien zu sogenannten genbasierten Tumorimpfstoffen, jedoch müssen noch einige Verfahren durchlaufen werden, damit es zu einer Zulassung dieser Impfstoffe kommt. In Deutschland kommt seit dem 27. Dezember 2020 mit dem Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer erstmals ein mRNA-Impfstoff zum Einsatz. Am 6. Januar.2020 wurde außerdem der Corona-Impfstoff des Pharmaunternehmens Moderna, bei dem es sich ebenfalls um einen mRNA-Impfstoff handelt, in der EU zugelassen. Gleichzeitig existieren Sorgen, dass ein mRNA-Impfstoff das Genom der Geimpften verändern und zu Schäden führen könnte. Vor allem Impfskeptiker*innen äußern Bedenken, die neuen Impfstoffe könnten das Erbgut beeinflussen. Als Gründe für die Skepsis lassen sich insbesondere die schnelle Entwicklung der Impfstoffe sowie Fehlinformationen, die vor allem in den Sozialen Medien verbreitet werden, aufführen.

Die Gefahr

Informationen über angebliche Veränderung des Genoms durch die Corona-Impfstoffe könnten bei einigen Menschen den Anschein machen, sie seien gut recherchiert und damit glaubhaft. Die ohnehin schon bestehende Skepsis in der Bevölkerung, beispielsweise hinsichtlich der Wirkung, kann durch Fehlinformationen über eine mRNA-Impfstoffe zusätzlich verstärkt werden. Da Langzeiterfahrungen mit mRNA-Impfstoffen bisher fehlen, kann aus Sicht der Wissenschaft nicht mit Erfahrungswerten im besonderen und ausschließlichen Fokus auf mRNA-Impfstoffe argumentiert werden.    

„Die Sorgen einer möglichen Erbgutveränderung am Menschen durch den Impfstoff halte ich nicht für berechtigt.“

Prof. Dr. Thomas Mertens, Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes (RKI) 

Die wissenschaftliche Auflösung

Das Genom, also die DNA, des Menschen befindet sich im Zellkern. Der mRNA-Impfstoff gelangt jedoch nicht in den Zellkern, sondern lediglich in das Zellzytoplasma, also den an den Zellkern angrenzenden Bereich. Laut dem Paul-Ehrlich-Institut haben mRNA und DNA zudem eine unterschiedliche chemische Struktur, weshalb eine Integration von mRNA in das menschliche Erbgut in der Regel ausgeschlossen ist. Durch eine Membran, die den Zellkern umgibt, ist ein Eindringen der mRNA ebenfalls ausgeschlossen. Eine Gefahr, dass die mRNA, die durch die Impfung von den Körperzellen aufgenommen wird, in DNA umgeschrieben wird, besteht ebenfalls nicht, da es im Fall von SARS-CoV-2 keine Enzyme im menschlichen Körper gibt, die eine Umschreibung leisten könnten. Nach der Impfung wird das mRNA-Molekül von den Zellen des Körpers komplett zerlegt – auch dadurch wird eine Veränderung des Erbgutes verhindert. Das bestätigt auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes (RKI) Prof. Dr. Thomas Mertens: „Die Sorgen einer möglichen Erbgutveränderung am Menschen durch den Impfstoff halte ich nicht für berechtigt.“

Der Hintergrund

mRNA-Impfstoffe sind genbasierte Impfstoffe, durch die der Körper der Geimpften selbst die Antigenproduktion übernimmt. Da unverpackte mRNA sehr schnell vom Körper abgebaut werden kann, wird die im Impfstoff vorhandene mRNA meist etwa durch Eiweißmoleküle verstärkt. Im Gegensatz zu Lebend- und Totimpfstoffen schleusen mRNA-Impfstoffe keine abgeschwächten Erreger, bzw. Teile davon, sondern lediglich den genetischen Bauplan für die Antigene in den Körper ein. Im Fall der Corona-Impfung enthalten die Impfstoffe demnach einen Bauplan für Antigene gegen SARS-CoV-2. Dadurch kann das Immunsystem diese Antigene selbstständig produzieren. Der Körper eines geimpften Menschen entwickelt so eine Immunität gegen den Erreger und kann bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 schnell reagieren. Genbasierte Impfstoffe sind für die Bekämpfung der Coronapandemie deshalb so attraktiv, da mRNA-basierte Impfstoffe schneller als herkömmliche Impfstoffe hergestellt werden können. Statt einer großen Menge an Erregern und deren Antigenen muss lediglich der Antigen-Bauplan des Erregers produziert werden.

Die Chance

Durch eine umfassende Aufklärung durch Bundesregierung, öffentliche Behörden, medizinische Einrichtungen sowie medizinisches Fachpersonal könnten die Unsicherheiten und Fehlinformationen in Hinblick auf eine Veränderung des Genoms durch die mRNA-basierten Impfstoffe beseitigt werden. 

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