Arm durch Wohnen? Wie Mieten bezahlbar bleiben

Die Live-Debatte zum Thema Wohnungsmarkt am 31. Mai im Haus der Wissenschaft in Braunschweig

3 Kommentare
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Wir würden gerne erfahren, was Sie persönlich über den Wohnungsmarkt denken und wie Ihnen die-debatte.org gefällt. Nehmen Sie hier an unserer 5-minütigen, anonymen Umfrage teil. Die Antworten werden von der Abteilung für Kommunikations- und Medienwissenschaften der TU Braunschweig in einem begleitenden Forschungsprojekt ausgewertet.

Die Mieten in Deutschland steigen kontinuierlich: Seit 2010 zahlen Bundesbürger im Durchschnitt 30 Prozent mehr für ihre Wohnung. In Städten wie Berlin oder München legten die Preise für Wohnraum sogar um bis zu 70 Prozent zu. Und immer mehr Menschen ziehen in die Städte, obwohl bereits rund 1,9 Millionen Wohnungen für Geringverdiener fehlen.

Wie wird sich der Wohnungsmarkt in Zukunft entwickeln? Steigen die Preise weiter, oder befinden wir uns inmitten einer Spekulationsblase? Die Ursachen für den Mietanstieg der letzten Jahre sind komplex und vielschichtig, doch die Konsequenzen sind schon jetzt deutlich spürbar: Einkommensschwächere Bevölkerungsschichten werden in zunehmendem Maße aus den Innenstädten gedrängt. Das führt nicht nur zu sozialen Problemen, sondern steht auch dem Ziel einer sozialen Durchmischung in Stadtgebieten entgegen. Wie können wir auf Gentrifizierung und Wohnungsknappheit reagieren? Die Politik will bis zum Jahr 2021 zwei Milliarden Euro für den Wohnungsneubau zur Verfügung stellen. Ist das bereits die Lösung aller Probleme?

Um diese und weitere Fragen rund um das Thema „Arm durch Wohnen? Wie Mieten bezahlbar bleiben” ging es in der Diskussionsreihe „Die Debatte“ am 31. Mai ab 19 Uhr im Haus der Wissenschaft, Pockelsstraße 11, 38106 Braunschweig oder im Live-Stream.

Auf dem Podium zu Gast waren die Humangeographin Prof. Dr. Susanne Heeg von der Universität Frankfurt, der Stadtsoziologe Prof. Dr. Carsten Keller von der Universität Kassel und die Expertin für Immobilienmanagement Prof. Dr. Tanja Kessel von der TU Braunschweig. Christoph Koch (Stern) und Dr. Mai Thi Nguyen-Kim (Freie Wissenschaftsjournalistin) moderierten die Veranstaltung.

 

Foto: WiD/Andreas Bormann
Foto: WiD/Andreas Bormann

Prof. Dr. Susanne Heeg

„Immobilienwirtschaftliche Aufwertungen greifen häufig auf Viertel über, die als soziale und bauliche Problembezirke gesehen werden. Im Zuge von Sanierungen und Modernisierungen des Altbaubestandes sowie der Realisierung von Neubauprojekten werden jene verdrängt, die Viertel erst interessant gemacht haben und zum Ruf und Flair von Stadtvierteln beigetragen haben. Stadtviertel werden dadurch kulturell und sozial homogener und damit zu sozial ausgrenzenden Sozialräumen.”

Prof. Dr. Carsten Keller

„Verdrängung hat viele Gesichter, stellt in der Regel aber Kapitalinteressen über das Menschenrecht auf Wohnen. Soziale Durchmischung in Stadtvierteln kann nur durch ein Maßnahmebündel erhalten bleiben, wozu sicherlich die Regulierung des Wohnungswesens im Sinne einer neuen Gemeinnützigkeit und einer Herausnahme aus dem Finanz- und Casinokapitalismus gehört.”

Prof. Dr. Tanja Kessel

„Die steigenden Mieten in deutschen Städten sind ein Fluch der guten Konjunktur. Die Lokalpolitik sollte daher bezahlbares Wohnen und Bauen als eine Kernaufgabe ansehen.”

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3 Kommentare

  • Christoph Graul

    31.05.2018, 5:52 Uhr

    Ich verstehe nicht, warum so viele Menschen unbedingt ins Stadtzentrum ziehen wollen. Denn vor allem dort steigen die Mieten, weil so viele dort wohnen wollen. Die Höhe der Miete richtet sich halt auch meistens nach Angebot und Nachfrage.
    Hier in Hamburg wohne ich auch in der Stadt, aber im Randgebiet. Mit der S-Bahn komme ich überall hin und die Wege sind auch vom Zentrum aus weit. Ich brauche von hier aus 60 Minuten zur Arbeit. Kollegen, die verteilt mitten in der Stadt wohnen, brauchen aber auch oft 30-40 Minuten.
    Dafür war hier die Miete viel günstiger und auch der Kaufpreis meiner Wohnung war viel günstiger. Außerdem ist Natur in Form von Wäldern und Heidelandschaft nur ein paar hundert Meter entfernt, was es im Stadtzentrum zur Erholung nicht gibt.

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  • Manorainjan

    18.06.2018, 12:15 Uhr

    PS:
    Hier die Meldung online, mit Bild
    http://www.presse-service.de/data.aspx/static/991054.html
    #armdurchwohnen
    [wenn Ihr das moderiert, könnt Ihr beide Kommentare zusammenfügen]

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    • Redaktion Die Debatte

      11.07.2018, 16:52 Uhr

      Lieber Manorainjan,

      leider funktioniert der Link nicht. Könnten Sie ihn aktualisieren?

      Viele Grüße
      Ihr Debatte-Team

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